Geschichtliches

Am 9. Juli 1878 setzte man sich in der Mühle zu Karlstein unter dem Vorsitz von Bürgermeister Ignaz Reifschneider zusammen, um die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in die Wege zu leiten. Am 26. August 1878 konnte der Verein seine Hilfe in der Gemeinde antreten.

Aus 26 Männern wurde Wilhelm Kittinger zum Hauptmann gewählt. Er übte dieses Amt bis 1914, mit einer Unterbrechung von 1881 bis 1888 aus.

 

Im September 1882 schaffte sich der Verein bei der Gewerbeausstellung in Waidhofen einen kleinen Hydrophor um 120 fl (Gulden) an. Der lang gehegte Wunsch um Anschaffung neuer Löschrequisiten ging endlich 1887 in Erfüllung. Hauptmann Karl Kittinger beantragte den Kauf eines großen vierrädrigen Hydrophors. Der Preis sollte sich auf 800 Gulden belaufen. Am 5. Juni 1887 fand in Gegenwart von neun auswärtigen Feuerwehren die Einweihung nebst einer kleinen Spritzenprobe statt.

Im gleichen Jahr wurde das erste Lösch-Requisiten-Haus erbaut, in dem alle  Geräte untergebracht werden sollten. Die Baukosten wurden zur Gänze von den Einwohnern Karlsteins durch hochherzige Spenden aufgebracht, so dass  die Vereinskasse überhaupt nicht in Anspruch genommen werden musste. Im September wurde es der Feuerwehr zur Nutzung übergeben und erst 1961 musste es auf Grund des Baues der neuen Thayatal-Bundesstraße weichen.

 

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestandes der Freiwilligen Feuerwehr fand am 15. August 1898 der Bezirksfeuerwehrtag in Karlstein statt, an dem 14 Vereine mit 252 Mann teilnahmen.

1903 wurde eine Neueinteilung der Bezirksfeuerwehrverbände vorgenommen, deren Bereiche nunmehr denen der Gerichtsbezirke Dobersberg, Raabs und Waidhofen entsprachen. Die Feuerwehren Karlstein und Münchreith wechselten von Raabs zum neuen Bezirksfeuerwehrverband Dobersberg, welcher aus 17 Feuerwehren mit 488 Mitgliedern bestand.

 

Wilhelm Kittinger starb am 11. April 1914. Mit diesem Tag ging die Ära Kittinger, die von der Gründung bis zum Vorabend des 1. Weltkrieges währte, zu Ende.

Sein Nachfolger wurde Johann Zimmermann, welcher bis 1922 Hauptmann der FF Karlstein war. Er war von Beruf Lehrer und unterrichtete an der Volksschule und bis 1912 nebenbei auch der Fachschule. In den Jahren 1919 – 1920 war er auch Bürgermeister von Karlstein.

 

Der 2. Weltkrieg brachte auch im Vereinsleben der FF Karlstein tief greifende Veränderungen so wurde z.B.: zu kirchlichen Feiern nicht mehr in Uniform ausgerückt; statt „Gut Wehr“ hieß nun der Gruß „Heil Hitler“; der Feuerwehrhauptmann wurde zum Wehrführer umbenannt und noch einiges mehr.

Da während der Kriegszeit Not am Mann war, wurden die Buben der Hitler-Jugend, später auch die BDM-Mädchen zum Dienst in der Feuerwehr herangezogen. In kurzfristigen Notsituationen konnten auch Frauen verpflichtet werden.

 

Auf Anregung des Landesverbandes sollte ab 1952 der Florianitag (4. Mai) wieder festlicht begangen werden, zu welchem die FF-Karlstein nach Münchreith ausrückte. Unter anderem wurde an diesen Tagen die Floriani-Plakette als Auszeichnung für Gönner und Förderer des Feuerwehrwesens verliehen. Das erste motorisierte Fahrzeug, ein OPEL-BLITZ mit Vorbaupumpe, wurde im Jahre 1962 angeschafft. In diesem Jahr gab es 6 Brand- und 4 technische Einsätze. Weitere wichtige Anschaffungen waren eine Sirene und ein Fahrzeugfunkgerät (1965), ein Rüstanhänger RA 750 (1966), eine Tragkraftspritze Marke VW (1968) und 1971 wurde ein Pulverlöscher 250 kg und leichte Atemschutzgeräte angeschafft.

 

Als Folge der Gemeindezusammenlegung wurden auch die Abschnitte bzw. Unterabschnitte der Feuerwehren neu eingeteilt. So kam es, dass die FF Wertenau mit der FF Schlader vereinigt wurde und die Feuerwehren Obergrünbach, Thuma und Thures wechselten vom Abschnitt Raabs zum Abschnitt Dobersberg. Mit 12 Feuerwehren wies die Marktgemeinde Karlstein die größte Feuerwehrdichte im Abschnitt Dobersberg auf und wurde daher in 2 Unterabschnitte geteilt.

Bereits in den 70 Jahren war ein guter Teil der Mannschaft und des Kaders bei der Fa. Pollmann beschäftigt. Die FF-Karlstein übte daher zugleich die Funktion einer Betriebsfeuerwehr aus und die Firma wurde zu einem der Hauptsponsoren. Die beiden Firmenchefs Komm.Rat Herbert und Komm.Rat Ernst Pollmann erhielten die Floriani-Plakette ebenso wie die Prokuristen Hans-Heinz Dum und Franz Rechbach.

 

Erwähnenswert ist noch die Anschaffung eines Kleinlöschfahrzeuges der Marke Fiat (1968) und eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges der Marke Steyr 380 mit 1500 l Fassungsvermögen (1982).

Nähere Informationen über die Geschichte der FF-Karlstein finden Sie in der Festschrift, welche im Jahre 1998 anlässlich der 120 Jahr Feier geschrieben wurde. Diese erhalten sie nach Anfrage bei: Kdt.: HBI Erwin Hofstätter, Bergstraße 6, 3822 Karlstein, Tel.: 02844 268